Die Geschichte

Bis ins Jahr 1561 reicht die Geschichte des Weingutes zurück, welches jahrelang den Mathildenhof in Nierstein als sein Zentrum hatte. Im Laufe der Zeit wechselte das Gut öfters die Besitzer, so z.B. auch im 18. Jahrhundert, als die Familie Lauteren in den Besitz des Gutes kam. Die Familie Lauteren verdiente nicht nur mit Weinhandel ihr Geld, Christian Ludwig Lauteren gelang 1833 auch eine Pionierleistung; er stellte erstmals Sekt in Deutschland her.
Drei Generationen lang blieb das Weingut in Besitz der Familie Lauteren bis es 1909 von der Familie von Heyl gekauft wurde. Entscheidende Impulse gab in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Peter von Weymarn, der Gatte der Heyl-Erbin; er kann getrost als der Ökopionier im Weinbau genannt werden. Ihm verdankt das Weingut auch seinen Ruhm;  gelang es ihm doch in den 80er Jahren einen der weltbesten Rieslinge aus der Lage Brudersberg zu erzeugen.

1994 übernahm die Familie Ahr das Weingut, welches im Mai 2006 an die Familie Meyer verkauft wurde; die Weinberge indes wurden für 27 Jahre gepachtet. Die Familie Meyer sichert die Tradition von Heyl zu Herrnsheim, indem er für den wirtschaftlichen Fortschritt des Weinguts sorgt. Investitionen in Weinbau, Keller, Logistik und Vertrieb sowie neues und innovatives Engagement beim Marketing weisen den Weg in die Zukunft. Die Familie Meyer wird sich mit einem jungen Team verstärkt auf die absolute Spitzenklasse beim Wein konzentrieren.

Die deutsche Weinkontrolle untersagt, zwei Weingüter, St. Antony und Heyl zu Herrnsheim, unter einem Dach zu bewirtschaften und die damit verbundenen Synergievorteile zu nutzen. Aus diesem Grund ist Heyl zu Herrnsheim seit dem 01.07.2008 kein eigenständiges Weingut mehr, sondern eine Marke von St. Antony. Durch die Verschmelzung werden die beiden unterschiedlichen Weinstile nicht beeinflusst. Es werden in Bezug auf die Ausstattung der Weinflaschen keine Änderungen stattfinden.

 

Hier finden Sie einen kleinen Film über das Weingut St. Antony.

 

DAS WEINPRÄSENT – Eine Erinnerung

H. Jessel, 09. Dezember 2008

 Im Jahre 1974 erhielt mein Vater von einem Arztkollegen einen 3er Wein-Präsentkarton zum Weihnachtsfest. HEYL ZU HERRNSHEIM stand drauf, ein uns aus der Weinbranche bis dato unbekannter Name

 Im Hause Jessel wurde immer schon gerne Wein getrunken. Schuld waren meine Großeltern, die aufgrund familiärer Kontakte zu einem Rheingauer Weingut den geliebten Rebensaft bereits zu Nachkriegszeiten gleich fässerweise bezogen.

 Ich selber konnte deshalb bereits im luftigen Alter von 18 Jahren auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurück blicken, was die Verkostung, Beurteilung und qualitative Einordnung deutscher Weine anbelangte. Auch Erfahrungen mit widrigen Kopfschmerzen nach allzu intensiven Probenahmen am Tage danach waren mir nicht mehr unbekannt.

So näherten wir uns dem flüssigen Präsent mit wahrem Interesse, allerdings nicht ganz ohne Vorurteile: Zumindest damals noch galt in der weintrinkenden Welt die Devise, dass wahre Spitzen- (Weiss-) Weine aus dem Rheingau zu kommen hätten – mit dem Riesling als der Königstraube schlechthin.

 Nun standen drei Flaschen „Rheinhessenweins“ vor uns, mit dessen Leumund es aufgrund unschöner Erfahrungen mit Gruselweinen wie dem gefürchteten „Niersteiner gutes Domtal“ , schmerzfördernden Chimären wie dem „Oppenheimer Krötenbrunnen“ oder gar der gepanschten „Liebfrauenmilch“ überhaupt nicht zum Besten stand.

 Wir öffneten zunächst einen 73er Niersteiner Hipping Weissburgunder, dessen frischer, geschmeidiger Körper, gepaart mit einer zurückhaltenden Säure, uns durchaus zu überraschen vermochte. So fand diese Flasche ihr rasches Ende, und ein 71er Pettenthal, als reine Rieslinglage nun im Fokus unseres Forschergeistes, kam auf den Tisch, aus dem Jahrhundert-Jahrgang also. Grosse Augen nach dem ersten Schluck in der Verkostungsrunde! Noch ein Schluck hinterher. Wortloses Umherblicken. Was für ein Wein! Substantiell, gehaltvoller als die meisten Rheingauer, Körper und Säure in vollendeter Balance, Fruchtaromen fast exotischen Charakters. Ach, wie klein doch Flaschen sind...

 Die Woge der Begeisterung schwappt über mit dem Öffnen des 71er Niersteiner Brudersbergs, als anerkannt beste Lage Rheinhessens im Alleinbesitz (!) des Weinguts, natürlich ausschließlich mit Riesling bepflanzt, nur 1,3 Hektar groß: Wir trinken andächtig und genießen eine alles überragende, einsam am Gipfel stehende Kreszenz deutschen Weinbaus. Ein Wein, dessen facettenreicher, vielschichtiger Ausdruck, dessen lebendige Säure und dessen intensives Spiel der Nuancen nur dem zufälligen Zusammentreffen von Spitzenlage, Spitzenrebe, Ausnahme-Jahrgang und mustergültiger Kellerwirtschaft zu verdanken ist. Ein Jahrhundertwein!

 Ich beschließe noch vor dem Ende des letzten Glases, Weinbauer zu werden. Gleich während meiner ersten Semester als Student der Agrarwissenschaften gelingt es mir, einen Praktikumsplatz bei HEYL zu bekommen, wo ich in knochenhartem, täglich 12-stündigem Einsatz im Weinberg und im Keller während des gemeinen Herbstes 1976 die Strapazen miterleben darf, die der Erzeugung hochkarätiger Weine voran zu gehen haben. Und zwar getreu der Devise: Je besser die Lage, je besser die Rebe, je besser der Jahrgang und je besser der Kellermeister, desto härter die Arbeit... und der bald darauf berühmte 76er machte seinem Namen alle Ehre!

 O.K., mit dem „Weinbauern“ ist es bekanntlich nichts geworden, aber jedes Mal, wenn ich heute eine Kiste HEYL-Wein zugesandt bekomme, rieche ich den spezifischen Kellerduft und spüre noch einmal den bracchialen Ganzkörper-Muskelkater, der mich auf diesem jugendlichen Irrweg begleitete.

 

Ökologischer Weinbau

Als zunehmend die Industrie im Weinbau Einzug erhielt und mit neuen Errungenschaften bedrohte entschloss sich 1977 Peter von Weymarn (Gatte der Heyl Erbin) konsequent die auf diese „modernen Segnungen der Industrie“ zu verzichten und alle Weinberge von Heyl zu Herrnsheim ökologisch zu bewirtschaften. Dies wird seit Jahrzehnten praktiziert und unter der neuen Besitzerfamilie Meyer konsequent fortgeführt.

Brudersberg

Eines der besten Rieslingterriors der Welt, der Niersteiner Brudersberg gehört Heyl zu Herrnsheim im Alleinbesitz.

Die Philosophie

Heyl zu Herrnsheim ist ein Haus mit langer Tradition. Wir fühlen uns dieser Tradition verpflichtet und arbeiten Jahr für Jahr daran, den Weinstil und den unverwechselbaren Charakter der Heyl Weine zu erhalten, ganz im Sinne der großen Weine des letzten Jahrhunderts.

Tradition und das Etikett mit dem Mönch

Heyl zu Herrnsheim ist ein Rieslinggut mit langer Tradition. Bis 1561 reicht die Gutsgeschichte zurück und das bekannte Etikett mit dem Mönch wurde erstmals 1890 benutzt.